auch, wenn ich ohne Dich leben kann, wenn ich gelernt habe, ohne Dich zu sein, so tut es dennoch weh. Du bist mein Vater, ja. Aber nie hast Du Dich so verhalten. Nie hat Deine Sucht es zugelassen, für Deine Tochter zu sorgen. Für Dich galt immer nur der Alkohol. Und warst Du besessen, so konnte nicht mal Dein Kind dafür sorgen, dass Du dennoch ein Vater bist. Nein. Eher hast Du alles, was Dich genervt hat, grün und blau geschlagen. Und so sehr mich das auch verletzt, so wenig ich Dir vertrauen, Dir glauben kann...dennoch brauchte ich Dich. Und immer noch brauche ich Dich.
Aber, und da bin ich mir sicher, es ist zu viel passiert, als dass ich Dir erlauben könnte, wenigstens zu versuchen, mein Vater zu sein. Du würdest es wieder tun. Du kannst das nicht verstehen. Was Du willst, dass versuchst Du zu bekommen und gelingt es Dir nicht, so trinkst Du. Und sobald Du trinkst, bist du nicht mehr ein Vater. Und bitte, ein Vater...ein Vater kümmert sich um seine Tochter. Er wünscht ihr Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein glückliches neues Jahr. Ein Vater schenkt seiner Tochter etwas zum Geburtstag, sei es nur eine Karte mit Geburtstagsgrüßen. Nichts von dem hast Du getan, in den letzten Elf Jahren.
Also kannst Du verstehen, dass ich Dir nicht glauben kann, wenn Du mir sagst, Du hättest Dich geändert? Du hast das so oft gesagt und nie hat sich auch nur eine Spur der Veränderung gezeigt. Immer wieder bist Du in die selben Muster zurück gefallen. Immer wieder hast Du mich belogen, betrogen und wieder und wieder geschworen, Du würdest dich ändern. Doch nie habe ich auch nur im Enferntesten etwas derartig Unmögliches gesehen. Jetzt ist es zu spät. Ich habe eingesehen, dass es keinen Sinn macht, Dir eine letzte Chance zu geben. Du hattest so viele. Hast sie missbraucht. Versteh mich, wenn ich sage, dass ich Dir nicht glauben kann.
Und versteh mich, wenn ich sage, dass Du mir egal bist. Das bist Du. Irgendwie. Denn ich denke nicht jeden Tag an Dich. Aber wenn ich es tue, an Dich denken, schmerzt es mich. Dann tut es weh, die Vergangenheit, deine leeren Worte, Versprechen, die Du nicht halten konntest. Und dann weiß ich, dass Du mir nicht egal bist. Du bist mein Vater. Aber gezeigt hast Du es nie. Also versteh, wenn ich sage, dass ich Dich nicht in meinem Leben haben möchte. So sehr es mich auch schmerzt.
Samstag, 4. Februar 2012
Vater,
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